In Kürze
- Treatwell ist Marketplace plus Buchungssoftware; Treuli ist das Treueprogramm unter der eigenen Salonmarke.
- Treatwell nennt 39 €/Monat für Starter und 49 €/Monat für Advanced plus 7,50 €/Monat für TSE.
- Die Treatwell-FAQ nennt 35 % für die erste Marketplace-Buchung eines Neukunden; die Tarifübersicht weist zugleich darauf hin, dass die Neukundenprovision vom Standort abhängt.
- Wiederholte Marketplace-Buchungen werden mit 0 % und Online-Vorauszahlungen mit 2 % ausgewiesen.
- Beide Werkzeuge können parallel eingesetzt werden: Treatwell für Reichweite, Treuli für salonbezogene Kundenbindung.
Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein klassisches Duell: Treatwell, der große Salon-Marketplace in DACH, gegen Treuli, das deutsche Treueprogramm mit Buchungsmodul. Doch wer beide Werkzeuge näher anschaut, merkt schnell: das ist kein „entweder-oder". Treatwell und Treuli lösen zwei völlig unterschiedliche Probleme. Dieser Vergleich räumt das Missverständnis aus, stellt die realen Kosten nebeneinander und zeigt, wann welches Werkzeug, oder die Kombination aus beiden, die bessere Wahl für deinen Salon ist.
Wer ist Treatwell?
Treatwell ist ein Online-Marketplace für Friseur-, Beauty- und Wellness-Buchungen. Gäste suchen nach Standort, Leistung und Termin, Salons verwalten Verfügbarkeit und Buchungen in der Partner-Software. Damit liegt Treatwells Schwerpunkt auf Reichweite und Terminfluss. Wie viele Salons aktuell teilnehmen oder welche Reichweite ein einzelner Standort erzielt, wird hier nicht aus älteren Presse- oder Drittanbieterzahlen abgeleitet.
Kern des Produkts ist das Marketplace-Modell: Kunden suchen auf treatwell.de nach Salons in ihrer Stadt, filtern nach Leistung und Datum und buchen online. Dafür zahlt der Salon eine monatliche Grundgebühr: Starter kostet 39 €/Monat, Advanced 49 €/Monat und das TSE-Paket zusätzlich 7,50 €/Monat. Die offizielle FAQ nennt 35 % für die erste Marketplace-Buchung eines Neukunden; die Tarifübersicht weist zugleich darauf hin, dass die konkrete Neukundenprovision vom Standort abhängt. Wiederholte Marketplace-Buchungen sind mit 0 % ausgewiesen, Online-Vorauszahlungen mit 2 %. Maßgeblich ist das individuelle Angebot für den Salonstandort.
Wer ist Treuli?
Treuli ist eine Kundenkarten-Plattform aus Deutschland, gebaut für Salons, Cafés, Bäckereien und alle lokalen Betriebe, die Stammkundschaft an die eigene Marke binden wollen. Der Kern: Kunden scannen den QR-Code auf dem Kassenbon (TSE-signiert in DE, RKSV in AT), öffnen ihre Kundenkarte ohne Installation im Browser und sammeln Punkte für Prämien. Wer mag, speichert die Kundenkarte in Apple Wallet oder Google Wallet. Der Punktestand aktualisiert sich live per Push. Wer lieber eine App auf dem Handy hat, lädt die kostenlose Treuli-App für iPhone und Android. Nötig ist sie nicht, im Browser läuft alles genauso. Neu bei Treuli ist das Buchungsmodul für 39 €/Monat, in jedem Tarif dazubuchbar, im Enterprise inklusive. Es bildet Termine direkt auf der Salon-Website ab, ohne Marktplatz-Listung und ohne Provision.
Treuli hostet verifiziert in Deutschland, stellt den AVV mit digitaler Signatur bereit und betreibt nur Treueprogramme des jeweiligen Salons: Ein Kunde, der bei dir sammelt, bindet sich an deinen Salon-Namen, nicht an eine Plattform. Mehr dazu auf der Friseur-Seite und der Preisseite.
Das zentrale Missverständnis
Die spannende Frage in fast jedem Salon-Team lautet: „Sind Treatwell und Treuli Konkurrenten?" Die ehrliche Antwort: nein, jedenfalls nicht direkt. Treatwell löst das Problem „Wie komme ich an Neukunden?" über einen DACH-weiten Buchungs-Marketplace. Treuli löst das Problem „Wie halte ich Kunden, die schon bei mir waren, langfristig an meine Marke gebunden?" über ein eigenes, salon-spezifisches Punkteprogramm.
Wer diese beiden Funktionen nicht sauber trennt, vermischt Akquisekosten und Kundenbindungsbudget. Treatwells Marketplace führt zur ersten Buchung; ein eigenes salonbezogenes Punkteprogramm setzt nach dem Besuch an. Genau an dieser Stelle ergänzt Treuli den Buchungskanal. Wer das Treuli-Buchungsmodul ergänzend einsetzt, kann die Erstbuchung provisionsfrei abwickeln, zumindest für alle Kunden, die nicht über den Treatwell-Marketplace kommen.
Funktionen im direkten Vergleich
| Funktion | Treuli | Treatwell |
|---|---|---|
| Kernaufgabe | Treueprogramm unter der Salonmarke | Marketplace-Reichweite und Terminbuchung |
| Monatlicher Einstieg | Free-Plan 0 € | Starter 39 €/Monat |
| Advanced | Business 99 €/Monat | 49 €/Monat plus 7,50 €/Monat TSE |
| Erste Marketplace-Buchung | Kein Marketplace | FAQ nennt 35 %; Tarifübersicht weist auf Standortabhängigkeit hin |
| Wiederholte Marketplace-Buchung | Kein Marketplace | 0 % |
| Online-Vorauszahlung | Nicht Teil des Treueprogramms | 2 % |
| Apple Wallet und Google Wallet | ✅ | Nicht aus der geprüften Preisseite abgeleitet |
Preis-Vergleich
| Position | Treuli | Treatwell |
|---|---|---|
| Einmalige Setup-Gebühr | 0 € | Auf der geprüften Partnerseite nicht als Standardbetrag ausgewiesen |
| Monatliche Grundgebühr (Basis) | 0 € Free-Plan · 39 € Starter · 99 € Business | 39 €/Monat (Starter, ohne POS) |
| Grundgebühr mit Kasse/POS | Nicht integriert (Treuli liest TSE-QR externer Kassen) | 49 €/Monat (Advanced, mit POS) · +7,50 €/Monat separate TSE-Gebühr |
| Buchungsmodul | 39 €/Monat Zusatzmodul (in jedem Plan buchbar, im Enterprise inklusive) · 390 €/Jahr · 0 % Provision | Im Monatstarif enthalten · FAQ nennt 35 % auf die erste Marketplace-Buchung; konkreter Satz standortabhängig |
| Zahlungsgebühren | Keine (Treuli wickelt keine Zahlungen ab) | 2 % bei Online-Vorauszahlung; weitere Zahlungsbedingungen im individuellen Angebot |
| Realer Gesamtaufwand typischer Salon | 0–99 €/Monat (Treueprogramm) · + 39 € Buchungsmodul bei Bedarf | Abhängig von Tarif, Standort, Marketplace-Erstbuchungen und Vorauszahlungen |
Alle Treatwell-Gebühren und -Provisionen verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer. Für eine belastbare Kalkulation trennst du Monatsgebühr, TSE-Zusatz, Online- Vorauszahlungen und erste Marketplace-Buchungen. Die FAQ nennt für die erste Buchung eines Neukunden 35 %, die Tarifübersicht qualifiziert die konkrete Provision jedoch als standortabhängig. Wiederholte Marketplace-Buchungen sind mit 0 % ausgewiesen.
Das Treuli-Buchungsmodul im Detail
Das Treuli-Buchungsmodul lässt sich in jedem Plan dazubuchen (im Enterprise bereits inklusive) und kostet 39 €/Monat bzw. 390 €/Jahr. Was es kann: eigenes Buchungs-Widget auf der Salon-Website, Mitarbeiter- und Dienstleistungs-Verwaltung, Terminkalender, automatische E-Mail-Bestätigung, automatische E-Mail-Erinnerung und Pufferzeiten zwischen Terminen. Der wichtige Teil: automatische Punktevergabe über Treuli, sobald ein Termin den Status „completed" erreicht. Der Kunde bucht direkt auf der Salon-Website, zahlt vor Ort wie gewohnt und sammelt gleichzeitig Treuepunkte.
Was es bewusst NICHT kann: Marketplace-Listung auf einer übergeordneten Plattform (die Kundenbeziehung bleibt beim Salon), SMS-Erinnerungen (nur E-Mail und Push in der App), integrierte Zahlungsabwicklung beim Buchen (Zahlung läuft wie bisher an der Salon-Kasse), POS mit TSE (Treuli liest den TSE-QR deiner bestehenden Kasse). Diese bewusste Beschränkung hält das Modul schlank und verursacht keine Folgekosten. Wer eine integrierte TSE-Kasse will, nutzt weiter seine bestehende Kasse und verbindet sie per QR-Scan mit Treuli.
Treatwell Rewards gegen das eigene Treueprogramm
Die geprüfte Treatwell-Partnerseite beschreibt Preise, Marketplace-Buchungen und Vorauszahlungen, liefert aber keine belastbare Grundlage für konkrete Rewards-Punktwerte oder Einlösebedingungen. Solche Details gehören deshalb nicht in diesen Preisvergleich. Vor einer Entscheidung solltest du aktuelle Rewards-Regeln direkt in Treatwells Vertrags- und Produktunterlagen prüfen.
Belastbar vergleichbar ist die Produktaufgabe: Treatwell verbindet Marketplace und Buchung, Treuli betreibt das eigene Punkte- und Prämienprogramm des Salons. Bei Treuli werden Karte, Kommunikation und Prämien unter der Salonmarke eingerichtet. Ob und wie Treatwell ergänzende Rewards anbietet, ändert diese Abgrenzung nicht und sollte anhand der jeweils aktuellen Bedingungen bewertet werden.
Kundendaten-Eigentum
Aussagen darüber, wem Kundendaten „gehören", lassen sich nicht seriös aus einer Preisseite ableiten. Maßgeblich sind Rollenverteilung, Auftragsverarbeitung, Nutzungsrechte, Exportmöglichkeiten und Löschprozesse im konkreten Vertrag. Treatwell erklärt auf der aktuellen Partnerseite, dass Salondaten Eigentum des Salons bleiben; die praktische Datenverarbeitung muss dennoch im Vertrag geprüft werden.
Bei Treuli kann der Betrieb Kundendaten und Punktestände exportieren, kommuniziert unter der eigenen Marke und erhält den AVV im Produkt. Für einen fairen Vergleich legst du die entsprechenden Treatwell-Regeln daneben: Welche Daten sind exportierbar, welche Marketplace-Kommunikation bleibt bei Treatwell und wie funktionieren Löschung und Anbieterwechsel? So wird aus einem Schlagwort eine prüfbare Vertragsentscheidung.
Wann Treatwell die bessere Wahl ist
Sei ehrlich zu dir selbst: Wenn dein Hauptproblem heute heißt „Ich brauche dringend mehr Neukunden, und zwar schnell", dann ist Treatwell bei dieser spezifischen Aufgabe kaum zu schlagen. Die Plattform bringt echte Besucher: Menschen, die gezielt nach einem Salon in ihrer Stadt suchen, landen bei Treatwell. Kein Treueprogramm der Welt kann dir neue Kunden aus dem Nichts zaubern; ein Marketplace kann das.
Die in der FAQ genannten 35 % auf die Erstbuchung können wirtschaftlich aufgehen, wenn aus dem einmal provisionierten Neukunden ein wiederkehrender Stammkunde wird, den du provisionsfrei weiterbedienst. Genau hier liegt das Risiko: ohne ein eigenes Treueprogramm, das den Neukunden an deine Marke bindet, bucht dieser beim nächsten Mal wieder über Treatwell. Wiederholte Marketplace-Buchungen sind offiziell mit 0 % ausgewiesen; zugleich bleibst du davon abhängig, dass Treatwell deinen Salon in den Suchergebnissen gut sichtbar macht. Kurz: Treatwell ist das richtige Werkzeug für das Neukunden-Problem. Nichts mehr, nichts weniger.
Wann Treuli die bessere Wahl ist
Treuli ist die bessere Wahl, sobald mindestens einer dieser Punkte auf dich zutrifft: Du hast bereits Stammkundschaft und willst sie aktiv binden, nicht weiter an eine Plattform verlieren. Du willst transparentes DE-Hosting mit AVV. Du willst keine Provision auf irgendeine Buchung zahlen. Du willst, dass deine Kunden unter deinem Markennamen kommunizieren, Wallet-Pässe mit deinem Logo bekommen und Prämien nur bei dir einlösen.
Besonders interessant: Treuli lässt sich PARALLEL zu Treatwell einsetzen. Du behältst Treatwell als Neukunden-Akquise-Kanal (und kalkulierst die laut FAQ genannten, laut Tarifübersicht standortabhängigen Akquisekosten bewusst als Marketing-Budget), aber sobald der Neukunde einmal da war, lädst du ihn über den TSE-QR-Scan auf dem Bon in dein Treueprogramm bei Treuli. Beim zweiten Besuch sammelt er Punkte für deinen Salon, bei der fünften Behandlung bekommt er eine Prämie mit deinem Logo und hat einen echten Grund, direkt beim Salon zu buchen statt über Treatwell. Rechnerisch: Je mehr Neukunden du über Treuli zu Stammkunden machst, desto schneller amortisiert sich die Treatwell-Provision.
Fazit
Treatwell und Treuli sind keine Konkurrenten, sie sind zwei unterschiedliche Werkzeuge für zwei unterschiedliche Probleme. Unsere Empfehlung je nach Salon-Typ:
- Neuer Salon ohne Stammkundschaft: Treatwell, um über den Marketplace schnell an Erstkunden zu kommen. Treuli kann später ergänzt werden, sobald die Basis steht.
- Etablierter Salon mit Stammkundschaft: Treuli, um die bestehende Kundenbasis endlich unter der eigenen Marke zu bündeln, DSGVO-sauber und provisionsfrei.
- Großer Salon mit hohem Durchsatz: Beides parallel, Treatwell für neue Kunden, Treuli für die Bindung der Stammkunden. Die Kombination macht Treatwell wirtschaftlicher und schützt die Kundenbeziehung langfristig.
Den Einstieg bei Treuli machst du in fünf Minuten: kostenlos registrieren, Free-Plan testen und bei Bedarf das Buchungsmodul zubuchen oder auf Enterprise (inkl. Buchungsmodul) wechseln. Wer noch breiter vergleichen will, findet im großen Anbieter-Vergleich 2026acht weitere Anbieter im Überblick.
